2034. Das Internet hat sich weiterentwickelt. Dank eines Virtual Reality-Chips treffen wir uns nicht mehr im realen Leben, sondern nur noch virtuell. Mara wurde aus dieser virtuellen Welt gerissen und versucht fieberhaft, dorthin zurück zu kommen.
Hallo liebe interessierte Leser,
im Laufe des vergangenen Wintersemesters an der Hochschule Darmstadt realisierte ich einen Kurzfilm zum Thema “Städtevision” im Entwurfskurs bei Prof. Marquardt. Die Vorgabe war einen Kurzfilm über das Leben in der Großstadt zu erstellen. Ich entschied mich für eine düstere Dystopie, in der sich unser Leben dank eines Virtual-Reality Chips fast nur noch virtuell abspielt und wir uns im richtigen Leben kaum noch begegnen. Die Hauptfigur des Kurzfilms wird auf Grund von Geldmangels aus dieser virtuellen Welt rausgeworfen und sieht sich mit der wirklichen Welt konfrontiert – aus der sie sofort wieder flüchten will.
Zu Beginn des Projekts entstanden sehr schnell Bilder in meinem Kopf. Mir wurde schnell klar, wie der Film aussehen musste – also entschied ich mich, alles vor einem Bluescreen zu drehen. Das hatte auf der einen Seite einen großen logistischen Vorteil – wir konnten zwei Tage an genau einem Ort drehen – auf der anderen Seite wurde natürlich der Aufwand für die Postproduction erheblich erhöht.
In diesem Blogeintrag möchte ich einen Überblick über den Ablauf der gesamten, visuellen Produktion geben – angefangen mit dem Storyboard, Impressionen von den beiden Drehtagen und der eigentlichen Postproduction zum Schluß.
Storyboard
Beim Storyboard griff ich, wie auch schon bei der Animation “Entwicklung der Menschheit” (“Entwicklung der Menschheit”, Fachbereich Gestaltung, Hochschule Darmstadt), auf mein talentierte “Hofillustratorin” und Freundin Elena zurück. Sie erfasst immer ziemlich schnell, was mir im Kopf rumschwebt und bringt das sehr genau aufs Papier. Ohne sie wäre das ganze schon beim Storyboard gescheitert.
Wichtig war, dass ich am Computer mit den Farben spielen konnte. Die einzelnen Abschnitte des Filmes sollten sich visuell von den anderen Abschnitten unterscheiden – also war es auch wichtig, die Farbgebung früh mit ins Konzept zu übernehmen. Elena entwarf die Szenen in Schwarz/Weiß, ich scannte dann ein und spielte in Photoshop mit verschiedenen Farbgebungen.
Das finale Storyboard hatte am Ende etwa 60 Einzelbilder (alle von Elena gezeichnet) und war im Laufe der weiteren Produktion meiner ständiger Begleiter. Ich konnte damit die Idee meiner Professorin vorstellen und auch meine Hauptdarstellerin, Sandra Fleckenstein, konnte sich so ein erstes Bild machen.
Drehtage
Gedreht wurde an einem Wochenende im Dezember im Fotostudio des Fachbereichs Gestaltung an der Hochschule Darmstadt. Wir drehten mit einer Canon 5D Mark II, 12 Studioscheinwerfern und 2 Bluescreen-Stoffen von jeweils morgens um 10 bis Abends um 18/19 Uhr. Am ersten Tag wurden hauptsächlich die Einzel-Szenen mit Sandra gedreht, am frühen Abend folgten dann noch Alex und Pascal für die Überfall-Szene hinzu. Am Sonntag entstand dann sowohl die Partyszene als auch die Demo- und Obdachlosen Szene. Sowohl die Demo- als auch die Obdachlosen-Szene fielen der Schere zum Opfer, und auch die Partyszene wurde nur stark komprimiert im Film verwendet.
An dieser Stelle nochmal vielen vielen Dank an alle Helfer und Statisten. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!
Post-Production
Die Postproduction begann direkt nach Weihnachten und zog sich bis in die erste Februar-Woche. Ich sichtete das Material, erstellte einen ersten Schnitt und legte dann den Ton an. Dann machte ich Fotos für die Hintergründe (S-Bahnstationen in Frankfurt und Offenbach und eine Straße im Industriegebiet in Mühlheim). Sebastian begann, die “Wohnung” der Hauptfigur mit Hilfe von Lightwave 3d zu erstellen.
Die Nachbearbeitung fand komplett in Adobe After Effects und Photoshop statt. Im folgenden zeige ich den Aufbau von vier verschiedenen Einstellungen.
Maras “Wohnung”
Das Quellmaterial wurde im Bild positioniert. Da der Film ein Cinemascope-Seitenverhältnis haben sollte, wurde das in 1080p-gefilmte Material verkleinert und auf 720p angepasst. Da wir den Raum komplett selbst erstellten, konnten wir auch den Bildaufbau in der Post stark beeinflussen.
Im nächsten Schritt wurde der Hintergrund entfernt.
Schatten, Reflektion, Farbkorrekturen
Hintergrund, erstellt in Lightwave 3d
Partikeleffekte
Andrew Kramers OpticalFlares, eine wertvolle Investition, angepasste Partikeleffekte
Finale Farbkorrekturen
Skyline
Die Skyline-Sequenz entstand fast komplett in Lightwave 3d. Die 3d-Modelle stammten von Turbosquid, die Werbeplattform ist selbst modelliert.
Hintergrund
Stadt-Hintergrund Ebene
Mittelgrund und Vordergrund
Werbetafel
Atmosphäreneffekte, Optical Flares
Finale Farbkorrekturen
Überfall
Der Überfall findet in einem S-Bahnhof statt. Vorlage war die Frankfurter Hauptwache wegen ihrer offenen, weiten Flächen. Da wir allerdings nicht vor Ort drehen konnten, machte ich nachts, um kurz vor 12 Fotos von der leeren Station.
Zwei unterschiedliche Aufnahmen, einmal Sandra, einmal Pascal.
Hintergrund
Grundlegende Farbkorrekturen, Schatten, Reflektionen
Finale Farbkorrektur
Projektion
Mara will aus der grauen, kalten Welt flüchten. Sie lädt den VR-Chip auf und aktiviert die höchste Stufe, die in einer unkontrollierten Umgebung zu einem totalen Realitätsverlust führt. Um das zu visualisieren, setzten wird auf Fotos und Photoshop. Die Pflanzen stammten aus einer Total Textures-Kollektion, der Rest ist Photoshop.
Original Material
Der Hintergrund wurde in der Frankfurter Hauptwache aufgenommen und dann in Photoshop nachbearbeitet.
VR-Automat, Farbkorrekturen, Partikeleffekte
Finale Farbkorrektur, leichter Weichzeichner
Film
Viel Spaß beim Schauen!
Danksagung
Ich möchte diesen Blogeintrag noch mal nutzen, um allen Helfern, meiner Hauptdarstellerin und den Statisten zu danken. Ohne euch wäre dieser Film nicht möglich gewesen. Mir hat es großen Spaß gemacht, angefangen vom Konzept und dem Storyboard, über die beiden Drehtage bis hin zur Post-Production, den Soundeffekten und dem Soundtrack. Es lief zwar nicht alles ganz reibungslos, trotzdem haben wir alles hinbekommen und ich hab noch eine gehörige Portion dabei gelernt. Ich hoffe auch, das der ein oder andere Leser durch dieses kleine Making-Of ermutigt wird, selbst so etwas zu starten.
Vielen Dank fürs Lesen. Solltet ihr fragen haben, benutzt die Kommentare.
- Dave































2 Antworten auf Making of “V.R.”